Seit elf Jahren pflegt unsere Schule einen regelmäßigen Austausch mit der Aalborg Katedralskolen im Norden Dänemarks. Selbst in der Corona Zeit wurde diese besondere Verbindung nicht unterbrochen. Letztes Jahr konnte bereits das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden – ein Zeichen für die Beständigkeit und das gegenseitige Vertrauen, das sich in all den Jahren entwickelt hat. Die Organisation des Austauschs liegt seit Beginn in den Händen von Frau Hansen. Beim allerersten Besuch in Aalborg wurde als Geschenk ein Apfelbaum mitgebracht und dort auf dem Schulhof eingepflanzt. Heute trägt er Früchte – ein schönes Symbol für das, was der Austausch über die Jahre gewachsen ist. Teilnehmen konnten bisher hauptsächlich Schüler: innen aus der Elften Klasse. In diesem Jahr durften zum ersten Mal auch Zehntklässlerinnen und Zehntklässler mitfahren. Die E-Phase passt allerdings altersmäßig besser, da in Aalborg vor allem ältere Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die meist schon gut Deutsch sprechen. Der Austausch selbst verläuft in zwei Phasen: Zuerst kommen die dänischen Schüler: innen zu uns, später erfolgt der Gegenbesuch in Aalborg. Die Unterbringung erfolgt jeweils in Gastfamilien. Neben dem Besuch des Unterrichts gibt es ein gemeinsames Programm, bei dem Kultur, Geschichte, Alltag und Freizeit eine Rolle spielen. Dabei entstehen oft enge Freundschaften, die über den Austausch hinaus bestehen bleiben. Die Aalborg Katedralskolen ist eine traditionsreiche Oberstufenschule, die sich durch ihre besondere Atmosphäre und moderne Ausstattung auszeichnet. Auffällig ist, wie sehr sich das Schulsystem von unserem unterscheidet. Dänemark besuchen In fast ausschließlich volljährige oder fast erwachsene Schüler:innen die Schule, was sich auch auf den Unterricht Miteinander und auswirkt. Der Umgang ist lockerer, die Atmosphäre entspannter vielleicht auch, weil sich dort alle duzen. Der Unterricht legt großen Wert auf selbstständiges Lernen und die Prüfungen werden digital geschrieben. Auffällig sind auch die Unterschiede in der Ausstattung. In Dänemark scheint für Bildung deutlich mehr Geld zur Verfügung zu stehen – moderne Technik, großzügige Räume und viel Selbstständigkeit. Sprachliche Hürden gibt es kaum. Die Kommunikation läuft meistens auf Englisch, manchmal auch auf Deutsch. Dänisch spricht bei uns niemand, die dänischen Schüler: innen hingegen haben oft bereits gute Deutschkenntnisse. Eine gezielte Vorbereitung auf sprachlicher Ebene findet bei uns nicht statt, in Dänemark dagegen schon. Besondere Erlebnisse lassen sich schwer auf einzelne Momente festlegen. Was bleibt, ist eher das Gefühl der Vertrautheit, das über die Jahre gewachsen ist die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können. Der Austausch ist längst mehr als ein Schulprojekt.