In den vergangenen Wochen war es ein großes Thema an unserer Schule, die Unterschriftenaktion für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit
Courage“ zu sammeln. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Netzwerk, und warum ist die Teilnahme für die Schulgemeinschaft so wichtig?
Bei dem Projekt handelt es sich um das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Es ist keine Auszeichnung für eine bereits perfekte Schule, sondern eine bewusste
Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Mit deiner Unterschrift hast auch du dich dazu bereit erklärt, aktiv und nachhaltig gegen jede Form von
Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteilen vorzugehen.
Ein Einsatz gegen jede Form von Diskriminierung
Obwohl der Name des Netzwerks den Begriff „Rassismus“ in den Vordergrund stellt, greift das Konzept deutlich weiter. Es geht um die Bekämpfung von
Diskriminierung in all ihren Formen. Niemand darf aufgrund der Herkunft, der Hautfarbe, der Religion, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder einer
Behinderung benachteiligt oder herabgewürdigt werden.
Oft beginnt Ausgrenzung nicht mit böser Absicht, sondern im Alltag, wie durch unbedachte Äußerungen oder vermeintliche Witze auf dem Schulhof, die verletzend sind. Vielleicht hast du selbst schon einmal weggesehen, weil es einfacher war, oder hast über einen Spruch gelacht, der eigentlich verletzend war. Genau hier setzt das Wort „Courage“ (Mut) an: Es fordert dich persönlich dazu auf, hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden, wenn Mitschülerinnen oder Mitschüler ungerecht behandelt werden.
Was bedeutet die Teilnahme für uns?
Wichtig zu betonen ist, dass ein Schild an der Schulwand Konflikte, Mobbing oder Vorurteile nicht automatisch verschwinden lässt. Die Plakette ist kein Siegel für
ein problemfreies Umfeld. Sie funktioniert nur, wenn du sie mit Leben füllst. Doch was bedeutet das für den Schulalltag?
Das Projekt lebt vom Engagement der Schulgemeinschaft. Das bedeutet, dass wir auch in Zukunft regelmäßig aktiv bleiben müssen. Geplant sind Workshops, Projekttage und gezielte Aktionen, die das Bewusstsein für Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander stärken sollen. Das Ziel ist es, ein Schulklima zu festigen, in dem sich jeder Mensch sicher und akzeptiert fühlen kann. Das Netzwerk gibt eine klare Regel vor: Mindestens 70 Prozent aller Menschen, die an der Schule lernen und arbeiten, dazu gehören neben der Schülerschaft und den Lehrkräften auch das Sekretariat, die Hausmeister und die Reinigungskräfte, müssen die Vereinbarung aus freien Stücken unterschreiben. Nur dann ist eine Aufnahme überhaupt möglich. Diese 70 Prozent haben wir nun erreicht.
Projektbegleitung
Nachdem das Fundament durch die Unterschriften gelegt ist, folgt nun die offizielle Aufnahme in das Netzwerk. Ein fester Bestandteil des Konzepts ist es,
dass jede Schule von einer Patin oder einem Paten aus der Öffentlichkeit begleitet wird. Diese Patenschaft soll dabei helfen, das Projekt langfristig lebendig zu gestalten und der Schule beratend zur Seite zu stehen. Die ersten Anfragen hierzu wurden bereits versendet. Sobald eine feste Zusage vorliegt, wer uns als Pate oder Patin auf diesem Weg begleiten wird, geht das Projekt weiter.