Wie Laufey Jazz wiederbelebt hat

Jazz ist heutzutage ein eher unbekanntes und ungenutztes Musik-Genre. Viele Menschen der jüngeren oder heutigen Generation bezeichnen das Genre als „veraltet“ und es war im Verlauf des 21. Jahrhunderts das am schlechtesten verkaufende Musik-Genre und es gab immer weniger Sängerinnen und Sänger und Musikerinnen und Musiker, welche sich mit Jazz befassen. Dies sollte sich ab dem Jahr 2020 ändern.

Anfang des Jahres 2020 hat Laufey Lín Bing Jónsdóttir, bekannt unter ihren Künstlernamen „Laufey“ (ausgesprochen „Lay-Vay“) ihre Debut Single „Street by Street“ veröffentlicht, welche direkt große Aufmerksamkeit in den Medien erhielt. Auch bekannte Musikerinnen und Musiker wie Billie Eilish lobten den Song der aufsteigenden Künstlerin. Die isländische und halb-chinesische Sängerin und Songwriterin wuchs mit großer Liebe für, vor allem klassische Musik auf und lernte über ihre Jugend das Spielen von Instrumenten wie Klavier und Cello, welche sie beide für das Lied spielte.

Im selben Monat wurde ihre erste EP „Typical of Me“ veröffentlicht, welche 6 Lieder beinhaltete, welche hohe Anerkennung von Magazinen wie Rolling Stone erhielt. Gegen Ende des Jahres collagierte Laufey mit London’s Philharmonic Orchestra, mit welchem sie das Lied „Let You Break My Heart Again“ veröffentlichte, welche an die Spitze der Charts durch soziale Medien stieg. Über die nächsten zweieinhalb Jahre wuchs ihre Popularität stetig, sie veröffentlichte ihr Debut-Album „Everything I Know About Love“, welches viel Lob von Kritikern, aufgrund von ihrer verzaubernden Mischung aus traditioneller Popmusik mit Jazz Elementen erhielt, trat in Live-Shows auf und mit der Zeit vergrößerte sich ihre Gruppe an Fans, welche sie schließlich „Lauvers“ (ausgesprochen wie „Lovers“) taufte.

Auch trotz wachsender Aufmerksamkeit blieb Laufey und das Jazzgenre eher unbekannt. Zwar hat sie viele über die ersten Jahre ihrer musikalischen Karriere viele Fans gewonnen und einige dieser Fans und sogar manche Mainstream-Künstler*innen dazu gebracht sich mit dem Genre auseinanderzusetzen, aber insgesamt waren Laufey und Jazz noch nicht so populär, wie Jazz zu früheren Zeiten war.

Dies sollte allerdings nicht so bleiben. Am 11. Mai 2023 veröffentlichte Laufey die Lead-Single für zweites Studio Album „Bewitched“, welches ihre Karriere und das Jazzgenre ungeahnt groß geprägt haben: „From The Start“. Das Lied versprach den von Laufey vorher versprochenen Wechsel in einen vollen Jazz-Sound, welcher Hommage an klassischen Jazz und traditionellen Musik leistete und wurde direkt zu einem viralen Phänomen, vor allem auf sozialen Medien. Das zur Lead-Single gebundene Album „Bewitched“ erschien am 8. September 2023 und wurde von der Kritik für den Nutzen von traditionellem Jazz gelobt und passte sich somit perfekt an From The Start an.

Im Jahr 2024 veröffentlichte Laufey die Deluxe-Edition des Albums: „Bewitched: The Goddess Edition“, welche die von Fans geliebte Lead-Single „Goddess“ enthält und das Album erhielt bei den 66. Grammys einen Award für die Kategorie „Best Traditional Pop Vocal Album“. Laufey und das Jazzgenre mögen vielleicht nicht so bekannt sein wie früher oder wie andere Mainstream-Künstlerinnen und Künstler wie Taylor Swift oder Olivia Rodrigo, allerdings hat sie das Genre definitiv geprägt und viele Menschen dazu inspiriert, sich selbst an Jazz zu versuchen.

Mittlerweile hat Laufey ihr drittes Studio-Album „A Matter of Time“ am 22. August dieses Jahres veröffentlicht, welches mit einer der vorveröffentlichten Singles „Lover Girl“ einen weiteren viralen From The Start-Moment hatte und hat mit vielen anderen Musiker*innen wie Beebadoobee und Barbra Streisand zusammen gearbeitet, welche ähnliche Musik wie sie machen. Außerdem hat sie am 19. September 4 Lieder für den Film-Soundtrack von „A Big Bold Beautiful Journey“ veröffentlicht. Seit dem 29. September ist mit ihrer Zwillingsschwester Junia, welche die kreative Direktion in Form ihrer Musikvideos, Fotoshootings und Visualisierungen übernimmt, auf Tour für ihr neustes Album, die „A Matter of Time-Tour“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert