Wie sind Sie zum Lehrerberuf gekommen? Und: Warum Latein und Geschichte?
„Eigentlich wollte ich diesen Beruf schon immer, habe früh viel Nachhilfe gegeben, in Latein. Als ich definitiv vor der Berufswahl stand, wollte ich Medizin oder auf Lehramt studieren. Bei Medizin war ich mir aber aus verschiedenen Gründen nicht ganz sicher, ob der Beruf der Ärztin für mich der richtige wäre. Ich habe mich dann für Medizin beworben, aber nur einmal (andere haben mit meinem Abischnitt ein halbes Jahr später den begehrten Studienplatz bekommen), und die Ablehnung als Wink des Schicksals verstanden: Also Lehrerin. Latein stand fest (fand ich interessant, ich habe dort immer gute Leistungen erbracht); als zweites Fach habe ich mit Deutsch begonnen, hat mir nicht gefallen (zu viel lesen, was mich nicht interessierte), also habe ich auf Geschichte umgeswitcht (ist eine gute Ergänzung zu Latein).“
Würden Sie etwas anders machen, wenn Sie jetzt nochmal studieren würden?
„Nö, eigentlich nicht … vielleicht ein anderes Bundesland wählen, eins mit Alpen.“
Ein Klassiker: Waren Sie eine gute Schülerin?
„Ja, aber auch frech und kritisch. Ich habe vieles gemacht, bei dem ich zum Glück nicht erwischt worden bin. Was genau, sag ich nicht.“
Welche Sachen haben Sie in der Schule immer dabei?
„Smartphone und Notebook und am besten auch ein HDMIKabel.“
Ich habe beobachtet, dass Sie Ihren Unterricht so digital wie möglich gestalten, sei es in der Unterrichtsvorbereitung oder wenn Sie zum Beispiel neue Methoden wie OnlineTests in Ihren Klassen ausprobieren – warum machen Sie das?
„Das trifft eigentlich nur auf das Fach Geschichte zu, in Latein bin ich ziemlich analog aufgestellt. Für Geschichte gibt es eine Fülle von hervorragenden Materialien, insbesondere Filmen und Bildern, die viel besser Emotionen erzeugen, als ich es durch Worte vermitteln könnte. Ich mache auch privat sehr viel mit Internet und Computer, nicht erst seit Corona. Oft sind das auch Herausforderungen, die mir Spaß bringen, wenn ich sie dann meistere.“
Nun folgen drei aktuelle (Schul)Fragen:
Was motiviert Sie daran, den Dänemarkaustausch zu organisieren?
„Ich habe über meine Großmutter dänische Wurzeln. Mein Vater konnte die Sprache noch, ich leider nicht mehr. Als die Anfrage aus Aalborg kam, habe ich mich sofort darum bemüht, dass wir den Zuschlag bekommen. Mittlerweile hat sich ein freundschaftliches Verhältnis zu den Deutschlehrern der Katedralskole entwickelt. Es macht einfach viel Spaß, eine Partnerschule im Ausland zu haben und einen regelmäßigen Austausch zu haben. Außerdem: Nachbarschaft muss man pflegen und zwischen Deutschen und Dänen herrschte nicht immer Frieden!“
Wie fanden Sie die Jubiläumswoche?
„Spontan geantwortet: Anstrengend. Aber auch vielseitig und interessant.“
Gibt es einen Film, eine Serie oder ein Buch, das Sie aktuell empfehlen können?
„‚Babylon Berlin‘ habe ich mir mit wachsendem Interesse angeguckt, nachdem ich die Handlung verstanden hatte. Die Zeit der Weimarer Republik betrifft die Zeit meiner Großeltern, deshalb informiere ich mich gern darüber. Bei Büchern habe ich von Daniel Speck ‚Bella Germania‘, ‚Piccola Sicilia‘ und ‚Jaffa Road‘ im letzten Jahr sehr gerne gelesen.“
Für die dritte Kategorie haben wir persönliche und kreativere Fragen vorbereitet:
Was war Ihr Traumberuf als Kind/junger Mensch?
„Die Frage habe ich ja oben schon beantwortet; so was wie Pilotin, Astronautin … existierte nicht.“
Was sind Ihre Hobbys? Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
„Lesen, im Internet stöbern, Fahrrad fahren, wandern, aber alpin. Das geht leider in SchleswigHolstein so gar nicht. Da muss ich immer auf die Sommerferien warten, damit ich das im Allgäu ausgiebig tun kann. Fliegen mag ich nämlich nicht. Somit kommen die hohen Berge nur im Sommer in Frage.“
Wie würden Sie sich selbst in wenigen Worten beschreiben?
„Das ist schwer … eben ein Mensch mit guten und schlechten Seiten, Stärken und Schwächen, mal gut gelaunt, mal genervt oder auch richtig schlecht drauf. Ich würde mich als ehrlich, geradlinig und konsequent bezeichnen.“
Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer einsamen Insel. An lebensnotwendigen Ressourcen fehlt nichts – welche drei persönlichen Gegenstände würden Sie gerne mitnehmen?
„Smartphone, Notebook, Fahrrad.“
Und zum Abschluss ein kleines Highlight: Fahrradbezogene Fragen
Sind Sie schon immer gerne Fahrrad gefahren bzw. woher haben Sie die Motivation, täglich von Schleswig bis zum Kronwerk und zurück zu fahren?
„Ja, eigentlich benutze ich das Fahrrad unglaublich viel, seit ich das Fahrradfahren gelernt habe. Mittlerweile aber mit ‚E‘, sogar mit schnellem ‚E‘ (Unterstützung bis 45 km/h). Aber auch hierbei kommt man ins Schwitzen. Es ist einfach gut für die Fitness, sich viel draußen zu bewegen, gerade auch, weil ich in unserem flachen Land ja keine Höhenmeter trainieren kann. Wenn ich im Allgäu bin, gehe ich auch mit Gruppen wandern. Die sind in den Bergen aufgewachsen, viel trainierter als ich, aber das tägliche Radfahren hilft, mithalten zu können. Und noch etwas: Warum soll ich nicht meinen Fahrweg fürs Training nutzen?! Das spart im Endeffekt Zeit.“
Was ist die längste Strecke, die Sie mit dem Fahrrad zurückgelegt haben?
„Als ich wesentlich jünger war, bin ich ohne ‚E‘ mal 140 km an einem Tag gefahren. Da war ich dann auch kaputt. Und in Spanien waren Gebirgsstrecken dabei, so 100 km. Die haben mir auch gereicht. Jetzt mit ‚E‘ bin ich nicht mehr richtig kaputt gewesen. Das Kaputtsein stellt sich dann eher bei Gebirgswanderungen ein.“
Und zum Abschluss: Haben Sie ein Auto?
„Ja, einen alten VWCaddy, ausgebaut zu einem kleinen Wohnmobil. Ich liebe ihn und hoffe, dass er noch lange hält.“